Leimholz selbst hergestellt
Die Dachlatten werden lagenweise
miteinander verleimt. So kann man gezinkte Verbindungen herstellen, ohne
besondere handwerkliche Kenntnisse zu besitzen.
Zunächst schneidet man die Latten zu.
Beim Zusammenbau wird die erste
Lattenlage rechtwinklig auf der Werkbank ausgelegt. Die Teile müssen exakt
aneinander stoßen. Dann wird Holzleim mit dem Pinsel aufgetragen. In die Latten
der zweiten Lage schlägt man Nägel ein.
Die gleichen Arbeitsschritte
wiederholen sich bis zur letzten Schicht. Hier muss man die Nägelköpfe einsenken
und (später) verspachteln.
Danach wird alles mit Schraubzwingen
fest eingeklemmt. Alle Flächen werden später mit dem Schwing- oder
Exzenterschleifer geglättet.
Beide Füße bestehen aus drei
Lattenschichten. Da die Lattenschichten ineinander greifen, entstehen so
erstaunlich konstruktive Holzverbindungen.
Je winkliger die Schnitte, desto
sauberer sind nachher die "T" Verbindungen.
Der kleine Fuß ist 40 cm hoch, der
Große 1 m. Die Breite beträgt 46 cm.
Die Sitzfläche
Es wird die gleiche "Leimholz-Technik"
eingesetzt. Die Sitzfläche besteht aus 10 Schichten. Um ein Krummziehen zu
vermeiden, werden die Latten so gedreht, dass die Jahresringe jeweils in die
entgegengesetzte Richtung zeigen.
Die 5. und 6. Schicht bestehen aus
jeweils 2 Latten. Die zwei kleinsten bilden die Stützfläche für den Sitz und
sind schräg abgeschnitten.
Die Dachlatten sind ca. 4,5 cm breit,
daraus wäre dann ein 4,5 cm starkes Sitzbrett entstanden. Das war mir doch ein
bisschen zu dick und ich habe alle Latten (bis auf die beiden schräg
abgeschnittenen Stützlatten) auf ca. 3 cm heruntergehobelt.
Beim Verleimen der Latten entstanden
auf der relative großen Fläche Unebenheiten. Daher habe ich die Fläche mit dem
Hobel geglättet.
Alles wird noch einmal geschliffen
und mit der Stichsäge ein bisschen geformt. Zum Schluss werden alle Außenkanten
mit Hilfe der Oberfräse gerundet.
Die Zähne
Den Winkel für die Zähne habe ich vom
Kinderstuhl meiner 2-jährigen Tochter "geklaut" und er beträgt in etwa 20
Grad.
Alle 4 cm folgt ein neuer Zahn und
damit ergeben sich 15 Stufen. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die 4
cm selbst ein bisschen zu fein sind. 5 oder vielleicht sogar 6 cm hätten
gereicht.
Aussägen kann man die Zähne natürlich
mit jeder Handsäge. Ich habe jedoch eine japanische Handsäge verwendet. Das
Tolle an der Säge ist, dass sie auf Zug arbeitet und ein extrem dünnes Blatt
hat. Damit kann man sehr feine und genaue Schnitte machen. Nachteil ist, dass
diese Sägen teuer sind.
Danach werden die Zähne mit
Stecheisen und Feile sauber ausgearbeitet.
Zum Schluss wird alles
geschliffen.
Das Ganze zusammengebaut
Ein Scharnier hält das ganze
zusammen. Der Stuhl kann also zusammengeklappt werden. Schließlich muss das Ding
ja auch in den Kleinwagen passen.

Meine erste Sitzprobe zerstörte einen
kleineren Scharnier sofort. Ich habe den Scharnier durch eine schwerere Variante
ersetzt, die mit einer M8 Schlossschraube durch den Fuß bombenfest gehalten
wird.
Zusätzlich habe ich zwischen die Füße
ein Rollladenband gespannt und mit Kupfernägeln festgemacht. Es nimmt die größte
Kraft und es sieht auch noch schön aus.
Abschließend habe ich die Oberfläche
mit Holzschutzlazur behandelt.
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