Unabhängig davon, ob es sich wie beim Zoomset I um eine Kombination aus Okular und externer Barlow handelt, oder wie bei den Zoomset II-IV um eine im Okulardesign enthaltene Barlow die in der Steckhülse des Okulars untergebracht ist, das Prinzip von Astrozoom besteht darin, den Abstand zwischen Augenlinsengruppe (Okular) und Barlow variabel zu gestalten und an den Bedarf anzupassen.
In jedem Fall wird das Barlowelement in der Barlowaufnahme der Steckhülse des Sets fixiert und die Augenlinsengruppe in einer Einsatzhülse. Diese Einsatzhülse lässt sich in der Steckhülse verschieben, der Abstand zwischen Barlow und Okularlinsengruppe verändert sich, man hat ein Zoomokular.
Der Vorteil solcher Schiebezooms liegt darin, dass sich am erreichbaren Feld des Okulars beim Zoomen nichts ändert. Erreich ein Okular bei seiner Nennbrennweite ein scheinbares Feld von 67°, bleibt dieser Wert auch bei den Zoombrennweiten erhalten. Eine Gesichtsfeldverengung findet nicht statt.
Auch eine zusätzliche Vignettierung des Gesichtsfeldes bleibt, innerhalb sinnvoller Grenzen aus, weil die Veränderung der Brennweite nach unten, zu kürzeren Brennweiten hin stattfindet und das Okular in allen Dimensionen auf den breiteren Strahlenkegel der längeren Nennbrennweite gerechnet ist. Der längere Lichtweg zwischen Barlow und Okular wird durch den schmaler werdenden Lichtkegel ausgeglichen.
Die Eigenschaften eines Okulars werden im Zoomset nicht verschlechtert. Bei Okularen, die an schnellen Teleskopen zu Randunschärfen neigen, tritt sogar i.d.R. eine sichtbare Verbesserung ein.
Die Zoomsets sind für Einsteiger und für fortgeschrittene Beobachter interessant.
- Als Einsteiger wissen sie häufig noch nicht, wo ihre Beobachtungsvorlieben liegen und welche Qualitätsansprüche sie (später) stellen. Sie wollen durch eine möglichst große Bandbreite der erreichbaren Vergrößerungen feststellen, was mit Ihrem Teleskop machbar ist, zunächst ohne all zu viel Geld in Okulare zu investieren, von denen Sie später, in der Praxis, eventuell feststellen müssen, dass sie Ihnen nicht liegen.
Mit den Zoomsets können Sie z.B. schon ein mitgeliefertes 9er "Beipackplössl" und eine günstige Barlowlinse kombinieren oder sie brauchen nur ein Goldline oder Planetary-Okular um den kompletten Hochvergrößerungsbereich abzudecken. Sie müssen also keine ganze Batterie von Okularen kaufen, um zu sehen, was mit einem Plössl (plus Barlow) oder Planetary möglich ist oder wo die Grenzen Ihres Teleskops liegen.
Wollen Sie auch Mal zwischen Planetarys und Plössl wechseln oder ein Ortho ausprobieren, brauchen sie nur eine passende Zoomeinsatzhülse für das Wechselokular. - Der fortgeschrittene Beobachter hat seine bevorzugten Okulare, seine Serie gefunden und wird mit dem Zoomset bei Einsatz von weniger Okularen deutlich flexibler und komfortabler beobachten können. Er wird für gut befundene Okular-/Zoomsetkombinationen dauerhaft nutzen und nicht ständig hin- und herschrauben. Beim Einsatz, z.B. von hochwertigen Orthos und Barlows kann man auf langbrennweitige Okulare mit angenehmerem Augenabstand zurückgreifen und den lästigen Okularwechsel beim Herantasten an die optimale Vergrößerung vermeiden.
Nicht selten liegt das bevorzugte Okular nicht in der Wunschbrennweite vor, es dürfte noch einen Tick mehr Vergrößerung liefern oder wie z.B. bei den beiden Speers-Zooms auch noch eine deutliche Erweiterung des Zoombereichs nach unten aufweisen. Solche Möglichkeiten schafft ein Zoomset.
Oft braucht man für seltene, extreme Anwendungen, höchste Vergrößerungen, am oder über dem eigentlichen Limit des Fernrohrs. Winzige aber helle PNs oder extreme Doppelsterne lassen sich beispielsweise häufig nur so überhaupt erkennen. Im Zoomset kann auch ein, ansonsten durchaus alltagstaugliches, Okular für diese Extrembeobachtungen eingesetzt werden.
Die Beobachtung ferner Galaxien findet meistens im mittleren Vergrößerungsbereich statt und das Zauberwort ist die AP (Austrittspupille), weniger die Vergrößerung. Wer sich hier spezialisiert, ist mit einem Zoomset und Okularen mittlerer Brennweiten in der Lage, stufenlos zu variieren und sich den besten Anblick zu erschließen. Spektakuläre Vergrößerungssprünge sind dabei naturgemäss nicht zu erwarten. - Der experimentierfreudige Beobachter und Tester kann ein Zoomset auf sehr vielfältige Weise einsetzen und nutzen. Wo sind die Grenzen eines Okulars, eines Designs, eines Teleskops was bringt Barlow x an Okular y, wie weit kann ich gehen? Fragen, bei denen ein Zoomset weiterhilft. Sterntest und Justierung am Stern sind ebenfalls an möglichst hohe Vergrößerung gebunden.

















