Fujtor - The AstroDwarf

EQ-Plattform / Dobson plate
 

Parallaktische Nachführung für GSO200/1200

Beim Zeichnen am Teleskop kam schnell den Wunsch, eine Nachführung zu besitzen. Da ich nicht auf das "Dobson-Erlebnis" (sprich: Objekte schnell von Hand anfahren) verzichten will und auch keine hohe Genauigkeit brauche (ich zeichne ja "nur"), kam eine teure nachgeführte Montierung nicht in Frage.

Entschlossen das Ding selbst zu bauen, habe ich mich auf die Suche gemacht. Google spuckte unzählige wertvolle Web-Seiten aus. Herausgesucht habe ich mir die Seite von Reiner Vogel. Sein Entwurf fand ich genial einfach und habe seine Plattform nachgebaut.

Übrigens, inzwischen habe ich auch eine zweite, verbesserte Version gebaut. Mehr dazu...

Das größte Problem war, die Maße für mein Teleskop neu zu berechnen, da das Schwerpunkt beim GSO höher liegt als beim Gitterrohr-Dobson. Zwei Wochenenden habe ich damit verbracht alles zu berechnen...

Die Berechnungen habe ich mit einer Excel-Datei realisiert und hier zur Verfügung gestellt. Indem die Eingaben für das Schwerpunkt verändert werden, kann damit die Plattform für andere Teleskope schnell neu berechnet werden :-)

Der Michael hat mittlerweile eine Online-Version der Excel-Berechnung im Netz gestellt, feine Sache!

Einmal berechnet, war der Bau dank Reiners Beschreibung relativ unkompliziert. Seit Januar 2006 verwende ich nun mein Plattform und ich will nicht mehr darauf verzichten!




Die verschiedene Teile

Es folgen nun einige Bilder. Reiners ausgezeichnete Beschreibung brauche ich hier nicht zu wiederholen. :-)

Die untere Bodenplatte:

Unterseite Bodenplatte. Weil sie nur aus 1cm Spanplatte gebaut ist, war eine Verstärkung mit 18mm Multiplex Streifen notwendig.

Die obere Platte. Die kleine Wasserwaage hilft beim Aufstellen. Die drei Schrauben sind lediglich Markierungen für die 3 Füße der Rockerbox, sie passen genau darauf. Damit ist das Teleskop gleich auf die Azimutalachse der Plattform fixiert.

Die obere Platte (Unterseite). Auch hier wurde die Spanplatte mit Multiplex Streifen versteift. Es hat sich herausgestellt, dass die verwendete Schrauben magnetisch sind und das Kompass durcheinander bringen. Ein gelben Nord-Süd Strich auf die Platte löste das Problem. Ich stehe einfach weiter weg beim Ausrichten.

Die obere Platte (von der Seite). Das Kreissegment wurde mit der Oberfräse und eine selbst gebastelte Kreisvorrichtung hergestellt. Das Segment erlaubt eine knappe Stunde Nachführung.

Das Südlager besteht aus verleimte Multiplexklötschen. Der Winkel beträgt genau 50.8 Grad und entspricht die Breite hier in Wetter.

Eine Schlossschraube hält das ganze zusammen. Das Südlager dreht auf Plastikscheibchen zwischen Stahlunterlegscheiben.

Die Motorisierung ist genau die gleiche wie beim Reiner. Nur laufen die Achsen bei mir in Plastiklager aus einen alten Laserdrucker :-)

Die Steuerung habe ich inzwischen etwas verändert:

  • Die 4 kleine 1,2V Akkus habe ich am Anfang verwendet. Später habe ich die Plattform an einem 12V Akku angeschlossen. Dieser Akku versorgt auch den Lüfter am Dobson mit Strom und hält ewig.
  • Die Geschwindigkeitsreglung habe ich in einer externe Steuerbox verlagert. Ehrlich gesagt: ich bin zu faul, um aufzustehen und unten am Plattform an Potis zu drehen ;-). Mit der Box kann ich auf dem Astrostuhl bleiben beim Regeln. Die Lüfterreglung und eine regelbare Astrolampe habe ich gleich mit eingebaut.




Und das war's dann auch schon....

Oh ja, fast vergessen: mein Sternkumpel hat seinen Skywatcher auch mal darauf gestellt. Es handelt sich ebenfalls um einen 8 Zoll Dobson. Obwohl das gerät etwas schwerer ist, funktionierte die Plattform einwandfrei. Soooo kritisch scheinen die Maße dann wohl doch nicht zu sein...

;-) CS - Fred


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